Oldenburger – vom Kutschpferd zum Tuniersieger
Noch vor 50 Jahren hätte man beim Namen "Oldenburger" wahrscheinlich eher an Kutschfahrten als an Turniersieger gedacht. Das hat sich grundlegend geändert. Oldenburger sind heute begehrte Reitpferde und im internationalen Sport führend in vielen Disziplinen.
Die Anfänge der Oldenburger Pferdezucht liegen im 17. Jahrhundert. Damals begann der als großer Pferdekenner bekannte Graf Anton Günther von Oldenburg aus den heimischen Zug- und Arbeitspferden ein elegantes und zugleich kräftiges Kutschpferd zu entwickeln. Die Züchtung erhielt seinen Namen: Oldenburger. Als vielseitig zu verwendendes Arbeits- und Kutschpferd war die Rasse über fast 300 Jahre hoch geschätzt.
Veredlung zum modernen Reitpferd
In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dann ein neues Kapitel der Olden-burger Pferdezucht geschrieben. Mit dem Einsatz des Vollblüters Adonis, dem der legendäre Furioso II folgte sowie weitere Hengste französischer Herkunft wie der Anglo-Araber Inschallah AA, wurde die Wende der Zucht in Richtung modernes Reitpferd eingeleitet. Durch die Kombination verschiedenster Blutströme auf der Grundlage der Oldenburger Stutenstämme gelang es innerhalb eines vergleichbar kurzen Zeitraumes, einen edlen Sportpferdtyp mit internationalen Erfolgen zu züchten.
Ideal für Freizeitreiter
Auch als Pferd für den Freizeitreiter ist der Oldenburger beliebt. Besaß der alte Typ sehr viel mehr Fundament und stellte die schwerste deutsche Warmblutrasse dar, so lässt der moderne Oldenburger in seinen Linien den Vollbluteinfluss deutlich erkennen. Er ist temperamentvoll und sensibel, dabei dennoch nervenstark - ein willkommenes Erbe des alten Typus des Karossierpferdes. Anhänglichkeit und guter Charakter sowie seine Rittigkeit, Aus--dauer, Robustheit und große Vielseitigkeit. machen ihn zum idealen Begleiter des Freizeitreiters.
Oldenburger Erfolgspferde im internationalen Reitsport
- Donnerhall: Zweimaliger Mannschaftsweltmeister (Dressur) unter Karin Rehbein
- Weihaiwej: Einzel- und Mannschaftsweltmeister im Springen unter Franke Sloothaak, 1984
- Bonfire: Vier olympische Medaillen unter Anky van Grunsven
- Sterntaler-Unicef und Renoir-Unicef: Unter Ann Kathrin Linsenhoff viele Erst- und Zweitplazierungen im Grand Prix, Grand Prix Special, Grand Prix Kür und Nationenpreis Aachen
- Relevant: 2002 WM-Mannschaftssilber, 2003 EM-Einzelsilber, 2004 Mannschaftsbronze Dressur bei den Olympischen Spielen in Athen unter Lisa Wilcox
- Fabiola: Unter Hannelore Brenner 3 x Deutscher Meister und 3 x WM-Silber bei den Paralympics
- Weiterhin: Sandro Boy und Anka mit Marcus Ehning, Couleur Rubin mit Ludger Beerbaum, Arko III mit Nick Skelton, Escapado mit Carl Hestr und Aramis mit Hubertus Schmidt
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